Die Ortsgeschichte
Herbitzheim mit seinen über 700 Einwohner ist 3,27 qkm groß. Die überwiegend deutsche Bevölkerung ist stark katholisch geprägt. Dies hat seinen Ursprung durch die katholische Herrschaft der Grafen v.d.Leyen, die ihre Residenz in Blieskastel hatten. Damals zählte der Spruch: "Wes das Land, des der Glaube".
Unser Ort liegt im ehemals bayerischen Teil des Saarlandes und war bis zur Gebiets- und Verwaltungsreform von 1974 selbständige Gemeinde und gehörte verwaltungsmäßig zum Kreis St. Ingbert. Seit dem 1.1.1974 gehört der Ort zur Einheitsgemeinde Gersheim und damit dem Saarpfalz-Kreis an, dessen Verwaltungssitz Homburg ist.
Die Menschen der Steinzeit, dann die Kelten und Römer, schätzten das Klima und den Boden des Bliesgaues. Letztere hinterließen uns, neben den zahlreichen Resten ihrer Siedlungstätigkeit, die Weinrebe. Bis in die 30er Jahre unseres Jahrhunderts wurde an den Hängen des Bliestals Weinbau betrieben. Davon künden heute nur mehr einige verwilderte Reben und Reste der so typischen Weinbergsmauern am Südhang unseres Ortes.
Bis zum 14. Jahrhundert hören wir nichts über territorialen Belange von Herbitzheim. Bis zu dieser Zeit ist Herbitzheim urkundenarm.
Unser Dorf wurde 1382 urkundlich erstmals in den Regesten des Klosters Wörscheiler erwähnt. Wie aus dieser Urkunde hervorgeht, war Herbitzheim im Besitz des Johann Herr zu Kirkel, der den Ort "von seinen Vorfahren" erbte und in diesem Jahr den Ort dem Albrecht von Zweibrücken und seiner Frau "Bylen von Yche" verpfändete bzw. verkaufte.
Zu bemerken ist noch, daß der Ortsname vielfach mit anderen Orten gleichen Namens verwechselt wird, so zum Beispiel mit Herbitzheim/Elsaß, Herbolsheim in Baden oder Herbolzheim bei Emmendingen.
Herbitzheim wurde im 30 jährigen total zerstört. Es blieben im gesamten Ort nur noch 3 Feuerstellen übrig.
1778 erwarb die Herrschaft v.d.Leyen das Dorf. Zu dieser Zeit zählte man in Herbitzheim 31 Untertanen.
Die Geschichte erzählt, die Reichsgräfin Marianne v. d. Leyen soll sich auf der Flucht vor französischen Revolutionstruppen in Herbitzheim versteckt gehalten haben. Ein Mann namens "Ritter" soll sie an die Jacobiner verraten haben. Die Gräfin aus Blieskastel konnte jedoch ihren Feinden entkommen. Bis zum Zusammenbruch Napoleaons 1815 war Herbitzheim unter französischer Militärverwaltung. 1816 fiel der Ort an Bayern.
Zum deutsch-französischen Krieg 1870/71 wurden 2 Soldaten, zwei Mann mit Fuhrwerken und Marketender eingezogen. Diese legten ein Gelübde ab, den Josefstag (19. März) feierlich zu begehen, falls keine Menschenleben zu beklagen seien. Da dies der Fall war, ist seither der Josefstag ein kirchlicher Feiertag.
Am 1.4.1879 wurde die Bahnlinie Zweibrücken - Saargemünd, die auch durch Herbitzheim führte, dem Verkehr übergeben.
Die Bliestalbahn wurde 1991 geschlossen. Auf der Bahntrasse wurde ein Fahrrad und Freitzeitweg gebaut, der am 1. Mai 2000 eingeweiht wurde. Er wird seitdem von vielen Bürgern genutzt.
1889 bauten die Gebrüder Stumm (Neunkircher Eisenwerk) in Herbitzheim einen Ringofen zum Kalkbrennen für die Eisenindustrie. Die Kalksteine hierzu wurden im eigen Steinbruch in Herbitzheim gebrochen.
Um die Jahrhundertwende ernährten sich die rund 450 Einwohner Herbitzheims größtenteils von der Landwirtschaft. Damit war schon die größte Not gedeckt.
Der 1. Weltkrieg kam für die meisten Herbitzheimer Bürger überraschend. Der Krieg von 1914 bis 1918 hatte zwar an Haus- und Grundbesitz im Dorf keinen Schaden verursacht, aber 22 Herbitzheimer Soldaten verloren ihr Leben auf den Schlachtfeldern.
Mit dem Ende des 1. Weltkrieges begann der langsame Währungsverfall. So konnte man im Jahre 1920 für 200 Reichsmark nur noch eine Schachtel Streichholz erwerben. Wer während der Inflationszeit in Frankreich arbeitete war finanziell besser gestellt. Er konnte beim Umtausch für 1 ffrs. zeitweise bis zu einer Million Reichsmark erhalten.
Die Arbeitslosenzeit begann etwa 1927 und endete 1935. Besonders das Jahr 1928 brachte vielen Herbitzheimern Bürgern den Verlust ihres Arbeitsplatzes. Das gab der NSDAP in unserem Ort einen gewaltigen Auftrieb. In Herbitzheim gab es wie im ganzen Saarland eine Zusammenfassung aller politischen Kräfte, die "heim ins Reich" wollten, die "Deutsche Front". Zum Tag der Abstimmung wurde der 13. Januar 1935 bestimmt. 98% der Wahlberechtigten stimmten für Deutschland und Hitler.
Am 1. September 1939 begann der 2. Weltkrieg, Herbitzheim wurde zur Hauptkampflinie, also roten Zone erklärt, und daraufhin sofort geräumt. Jede Person konnte nur soviel mitnehmen, wie sie tragen konnte. Die meisten Bürger wurden ins Hessische oder nach Thüringen evakuiert. Erst 1940/41 konnten viele Herbitzheimer wieder in ihre zerstörten Häuser zurückkehren, um 1944 wieder in die Fremde zu müssen. Einige Familien überstanden den Krieg auch in dem Kalkwerkstollen in Gersheim.
Bei diesem Fest wurde auch die Partnerschaft von Herbitzheim/Saar und Herbitzheim/Elsaß mit der Übergabe der Partnerschaftsurkunde am 27. Juni 1982 untermauert.
Fast 10 Jahre nach diesem großen Ereignis waren die Herbitzheimer Vereine am 4. und 5. Juli 1992 wieder am Feiern. Der neue Dorfplatz und der neue Brunnen wurden mit einem zünftigen Dorffest eingeweiht.
1994 hatten unsere Vereine auch wieder das traditionelle Inselfest ins Leben gerufen. Bei strahlendem Sonnenschein, mitten in der Blies an einem idyllischen Plätzchen, wurde das traditionelle Fest gefeiert.
Weitere Informationen über unseren Ort können im Heimatbuch nachgelesen werden, das vom Kulturamt der Gemeinde Gersheim zum Preis von 30,00 € angeboten wird.
Besuchen Sie uns in Herbitzheim!